Jusos Lichtenberg

Gesundheit

 

Netze spannen

Aufgrund zunehmender Armut drohen Menschen durch das soziale Netz zu fallen. Bereits im Gesundheitsbericht Lichtenberg 2019 wird die schwierige Lage bezüglich der finanziellen Mittel zum Erwerb von Arzneimitteln im Rahmen der medizinischen und zahnmedizinischen Versorgung von Obdach- und Wohnungslosen deutlich. Der steigende Bedarf kann nicht mehr abgedeckt werden. Wir setzen uns für die Unterstützung und Absicherung der medizinischen Versorgung von Obdachlosen ein. Das ist dringend notwendig, da zum einen auch Krankenkassenleistungen zurückgehen oder die Zielgruppen von niedergelassenen Ärzt*innen gar nicht mehr erreicht werden können. Zudem machen wir uns für einen 24-Stunden-Zugang zu Hygieneangeboten bei Obdachlosigkeit stark.

Aufklärung, Angebote und Hilfe für Suchtkranke statt gescheiterter Prohibition

Der letzte Gesundheitsbericht des Bezirksamtes hat deutlich gemacht, dass Lichtenberg ein Alkoholproblem hat. Alkoholische Leberkrankheiten kamen bei Männern im Bezirk doppelt so häufig vor wie im Berliner Durchschnitt. Kultursensible Aufklärung und kultursensible Angebote für alkoholabhängige Personen müssen mit der nächsten Legislatur breit im Bezirk verankert werden. Zusätzliche Unterstützung benötigen Angehörige betroffener Menschen. Für die sozialen Träger, die diese leisten, müssen finanzielle Unterstützung sowie bezirkliche Vernetzungsplattformen gewährleistet sein. Nur gemeinsam und solidarisch kann diese Problematik gelöst werden. Deshalb treten wir gegen die Stigmatisierung von Alkoholiker*innen ein. Aber auch ein Tod durch Lungenkrebs ist nach dem Bericht in Lichtenberg häufiger vermeidbar als in Berlin insgesamt.

Während legale Drogen im Bezirk zu viele Tote fordern, aber zu wenig Aufmerksamkeit durch präventive Angebote bekommen, sind andere Drogen wie Cannabis noch immer illegal, obwohl sie mit geringeren gesundheitlichen und sozialen Schäden einhergehen. Auch Drug-Checking-Programme, die den kontrollierten Konsum harter Drogen ermöglichen, sind trotz der Bekenntnisse der letzten Koalition und der Senatsverwaltung auf die lange Bank geschoben worden. Drogenpolitik muss endlich Gesundheitspolitik werden. Neben einer neutralen Aufklärung für verschiedene Zielgruppen gehört dazu, auch sicheren Konsum zu garantieren, der Nutzer*innen von Cannabis und Cannabisprodukten nicht in die Illegalität drängt.

Gesundheit ganzheitlich denken

Mobilität und Wirtschaft neben der Gestaltung des Wohnraums und der Naherholung beeinflussen die Luftqualität massiv. Die Luftverschmutzung ist nach der WHO das größte umweltbedingte Risiko für die Gesundheit. Die Feinstaubbelastung schadet der Bevölkerung in Lichtenberg massiv. Bei der Einhaltung von Grenzwerten für Luftschadstoffe, wie sie die WHO empfiehlt – welche für Feinstaub nur halb so hoch sind, wie die in der EU gültigen – könnte Studien zufolge jede*r Stadtbewohner*in im Durchschnitt sechs Monate länger leben. Außerdem muss auf den Straßen und Wegen genug Platz sein, um sich ohne Unfallsrisiko nicht-motorisiert bewegen zu können.

Junge Sozialisten in der SPD