U5 in Lichtenberg bald komplett barrierefrei

Der Ausbau der Barrierefreiheit bei U- und S-Bahn schreitet voran: Die U-Bahnhöfe Magdalenenstraße und Lichtenberg werden derzeit umgebaut. Schon Ende dieses Jahres werden alle Bahnhöfe der U5 in Lichtenberg mit Aufzügen ausgestattet sein.

Kürzlich fertiggestellt wurde der Aufzug am U-Bahnhof Magdalenenstraße. Die Kosten hierfür betrugen insgesamt 1 Million Euro. Während die BVG hier ganze Arbeit geleistet hat, fehlt jedoch noch ein sicherer Weg über die Frankfurter Allee. Der Bau einer Ampel ist bereits beauftragt und wird demnächst ausgeführt.

Der Zugang zum Bahnhof Lichtenberg von der Siegfriedstraße wird derzeit komplett neu gestaltet. Neben einer neuen Rampe wird hier auch ein Aufzug errichtet. Die Bauarbeiten sollen nach Auskunft der BVG bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Schon Anfang Juli wird jedoch bereits der Aufzug vom Bahnsteig der U5 zum Zwischengeschoss in Betrieb gehen. Die Kosten für die beiden Aufzüge sind mit 2,9 Millionen Euro veranschlagt. Bereits im Zuge der Umgestaltung des Vorplatzes des U-Bahnhofs an der Weitlingstraße wurde am dortigen Eingang auch ein neuer Aufzug errichtet.

An den U-Bahnhöfen Lichtenberg und Magdalenenstraße werden die barrierefreien Zugänge aus dem Aufzugsprogramm des Landes Berlin finanziert. Damit ist die U- Bahnlinie 5 in Lichtenberg bereits Ende dieses Jahres vollständig barrierefrei erreichbar. Die U-Bahnhöfe Frankfurter Allee, Tierpark und Friedrichsfelde sind vor 2011 mit Fahrstühlen versehen worden.

Auch die S-Bahn arbeitet daran, alle ihrer Lichtenberger Bahnhöfe stufenfrei erreichbar zu machen. Der S-Bahnhof Gehrenseestraße soll noch in diesem Jahr einen Aufzug bekommen. Der Bahnhof Nöldnerplatz soll jedoch nach Auskunft des Bahnhofsbetreibers DB Station&Service erst nach 2016 mit einem Aufzug ausgestattet werden.

Ole Kreins: „Ich freue mich, dass in einem überschaubarem Zeitraum in Lichtenberg alle U-Bahnhöfe barrierefrei sind. Das ist wichtig für den kinder- und familienfreundlichen Bezirk Lichtenberg. Denn Aufzüge sichern nicht nur Mobilität von Menschen mit Behinderung, sondern auch von jungen Familien mit Kinderwagen. Verärgert bin ich dagegen, dass es beim S-Bahnhof Nöldnerplatz noch dauern wird.“

Hintergrund: Berliner Nahverkehr bis 2020 barrierefrei

Bis 2020 sollen alle Berliner Bahnhöfe von U- und S-Bahn stufenfrei erreichbar sein.

Derzeit sind 117 der 132 der Berliner Bahnhöfe der S-Bahn stufenlos erreichbar, davon 103 über Aufzüge und 14 über Rampen. 115 S-Bahnhöfe verfügen aktuell über ein Blindenleitsystem mit ertastbaren Bodenmarkierungen. Im Jahr 2013 ist der Einbau von Aufzügen an 9 weiteren Bahnhöfe geplant, 2 weitere Bahnhöfe sollen 2015/16 umgerüstet werden. Bis Ende 2016 werden also bereits 128 von 132 S-Bahnhöfen barrierefrei (97%) sein.

Bis zum Ende des Jahrzehnts soll auch jeder der 173 Bahnhöfe der U-Bahn barrierefrei erreichbar sein. Schon jetzt sind 98 U-Bahnhöfe barrierefrei erreichbar, davon 89 mit Aufzügen und 9 Bahnhöfe über Rampen. Außerdem verfügen gegenwärtig insgesamt 110 Bahnhöfe über ein Blindenleitsystem. Die Anzahl barrierefreier U-Bahnhöfe konnte dank des 2011 gestarteten Aufzugsprogramms erhöht werden. Bis Ende 2016 wird aus diesem Programm der Umbau stadtweit von 24 weiteren U-Bahnhöfen finanziert. Aus einbehaltenen S-Bahn-Mitteln wurden 5 U-Bahnhöfe mit Aufzügen ausgestattet. Zusätzlich kommen nach gegenwärtiger Planung bis Ende 2016 noch einmal 15 Bahnhöfe hinzu, deren Umgestaltung nicht aus dem Aufzugprogramm finanziert wird.

Um die verbleibenden U-Bahnhöfe bis 2020 umzurüsten, benötigt die BVG nach eigenen Schätzungen jedoch zusätzlich 65 Millionen Euro. Das geht aus einer Antwort des Senats auf eine Kleine Anfrage von Ole Kreins hervor.

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