Jusos Berlin: Lob für Ablehnung der Volksinitiative Schule in Freiheit

Anlässlich der erneuten Diskussion über die Volksinitiative Schule in Freiheit begrüßen die Jusos Berlin die Entscheidung der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus, die Forderungen der Initiative nicht zu unterstützen.
Anne Meyer, stellvertretende Landesvorsitzende der Jusos Berlin, erklärt hierzu:

„Die Forderung, dass Eltern, Lehrkräfte und private TrägerInnen entscheiden sollen, was in der Schule unterrichtet wird, können und wollen wir nicht unterstützen. Die Diskussion über das Programm Akzeptanz sexueller Vielfalt in Baden-Württemberg zeigt deutlich, wie schnell insbesondere einige Kirchenverbände dazu neigen, gesellschaftlich relevante und zeitgemäße Themen auszublenden. Ziel von Bildung muss es sein, jungen Menschen umfassendes Wissen, ein realitätsnahes Bild von Gesellschaft und soziale Kompetenzen zu vermitteln. Die Möglichkeit privater TrägerInnen, die Vermittlung des eigenen Weltbildes in den Mittelpunkt einer Bildungseinrichtung zu stellen, würde uns zutiefst besorgen.

Die Volksinitiative fordert außerdem alternative Schulabschlüsse vergeben zu können, mit denen die SchülerInnen anschließend auf weiterführende Schulen oder Hochschulen ihrer Wahl gehen können. Unser Anspruch ist aber, dass Bildungsabschlüsse vergleichbar sein müssen. Die Kombination aus frei gewähltem Lehrstoff und eigenen Schulabschlüssen wäre der sichere Weg in ein eigenes Bildungssystem und widerspricht deutlich unserer Idee von gemeinsamer gesellschaftlicher Teilhabe.“

Die Juso-SchülerInnen Berlin erklären weiter:
„Wir sprechen uns gegen eine Unterstützung der Volksinitiative Schule in Freiheit aus. Wir sind der Meinung, dass das Schulwesen als Teil der Daseinsvorsorge durch die öffentliche Hand kontrolliert werden muss. Die Initiative fordert die Förderung der Privatschulen durch das Land, im selben Moment jedoch, dass dieses keinerlei Einfluss auf selbige ausüben darf. Wir sprechen uns grundsätzlich gegen Konzepte aus, die Teile der Bevölkerung ausschließen. Genau das tun Privatschulen. Sie sind nur den Besserverdienenden der Gesellschaft zugänglich. Sie privilegieren wenige und stehen Chancengleichheit entgegen.“

Die Volksinitiative hat angekündigt, auch weiterhin für ihre Forderungen Unterstützung zu suchen. Die Jusos Berlin werden sich weiter für eine Gemeinschaftsschule einsetzen, in der alle SchülerInnen gemeinsam lernen.

Pressemitteilung der Jusos Berlin 14. April 2014

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