Aufruf zur „Rosa&Karl“-Demo | Gedenken in der Krise

Liebe Genossinnen und Genossen,

am 15. Januar jährt sich zum 94. Mal die Ermordung zweier großer Persönlichkeiten der Arbeiterinnen- und Arbeiterbewegung, Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. Das Gedenken an die Ermordung der beiden sowie weiterer Mitglieder des Spartakusbundes hat eine lange Tradition voller Brüche und Widersprüche. Die Demonstration, die seit 1990 vom Frankfurter Tor zum Friedhof der Sozialisten in Friedrichsfelde zieht, hat sich dabei zunehmend zu einer rückständigen und geschichtsklitternden Veranstaltung entwickelt, gespickt mit Stalin- und Mao-Bildern sowie anderen Huldigungen für vermeintlich linke Despoten und ihre Regime. Wir möchten endlich einen Ausweg aus dieser Sackgasse aufzeigen.

Viele Mitglieder von SPD und Jusos haben die Entwicklung rund um die Demo mit wachsenden Bauchschmerzen verfolgt und waren mit ihren Bedenken auch nicht allein. Vor wenigen Monaten hat sich deshalb auf Initiative der Falken sowie uns Berliner Jusos das Bündnis „Rosa & Karl“ gegründet, um ein zeitgemäßes und emanzipatorisches Gedenken zu ermöglichen. Diesem Bündnis haben sich die Naturfreundejugend, die DGB-Jugend und andere Gruppen angeschlossen. Gemeinsam möchten wir ein Gedenken fernab von Götzenverehrung und historischer Vereinnahmung ermöglichen. Auch soll ein Rahmen geboten werden, um über das Wirken Liebknechts, Luxemburgs und die politischen Verhältnisse ihrer Zeit kontrovers zu diskutieren. Wir haben diese Diskussion mit dem zweideutigen Titel „Gedenken in der Krise“ bewusst in den Kontext der aktuellen Krise gestellt um Parallelen aber auch Unterschiede bei der Bewältigung gesellschaftlicher Missstände reflektieren zu können.

Seit vergangenem Samstag findet daher bereits eine Aktionswoche mit täglichen Veranstaltungen statt, die hervorragend angenommen werden. Auf unserer Bündnishomepage http://rosaundkarl.blogsport.de/  findet Ihr alle Informationen zum Bündnis, unseren Aufruf sowie die  Themen, Termine und Orte unserer ausstehenden Veranstaltungen bis zum Sonntag.

Auch dieses Interview mit unserem stellvertretenden Landesvorsitzenden Fabian aus dem Dezember möchte ich Euch nicht vorenthalten:
http://www.taz.de/Rosa-Luxemburg-Demo-in-Berlin

Liebe Genossinnen und Genossen,

am Sonntag selbst werden wir dann erstmalig eine Alternative zum traditionellen Luxemburg-Liebknecht-Gedenken anbieten und uns um 11 Uhr am Olof-Palme-Platz (nahe S- und U-Bahnhof Zoologischer Garten) versammeln. Unser Demonstrationszug wird anschließend die Orte der Ermordung Luxemburgs und Liebknechts passieren.
Diese Demonstration soll Auftakt für eine neue Form des Gedenkens sein – bitte helft mit, sie zu einem Erfolg zu machen. Genossinnen und Genossen aus dem gesamten Bundesgebiet, unser Juso-Bundesvorsitzender Sascha Vogt sowie unser SPD-Landesvorsitzender Jan Stöß haben sich bereits angekündigt. Wir rechnen mit mehr als 1 000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Ein besseres Gedenken ist möglich!

Ich würde mich freuen große Teile unseres Verbandes am Sonntag auf der Straße zu treffen. Bringt Freundinnen und Freunde mit!

Mit sozialistischen Grüßen,

Kevin Kühnert

Landesvorsitzender der Jusos Berlin

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